| NP-Artikel zum Thema Insulinanaloga |
| Dienstag, 11. Mai 2010 |
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Der folgende Artikel erschien am 10.05.2010 in der Hannoverschen Neuen Presse. Vielen Dank an Herrn Thomas Nagel für die Genehmigung zur Veröffentlichung. Sparen auf Kosten kranker Kinder? Junge Diabetiker sollen auf besser wirkendes Insulin verzichten - weil es zu teuer ist Eltern kämpfen gegen eine Verschlechterung der Versorgung ihrer kranken Kinder. VON THOMAS NAGEL HANNOVER. Im Mai 2008 stoppte die damalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) die Verschlechterung in der medizinischen Versorgung zuckerkranker Kinder. Weiterhin zahlten die Krankenkassen bis zum 18. Lebensjahr das besser wirkende Analoginsulin. Der Gemeinsame Bundesausschuss (höchstes Gremium von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen) wollte hingegen das billigere Humaninsulin durchsetzen. „Damals dachten wir, dass wir es geschafft hätten“, sagt Margit Munz aus Hannover. Ihre beiden Söhne leiden unter Diabetes I (erblich bedingte Stoffwechselerkrankung) - wie 25 000 andere Kinder in Deutschland. Doch obwohl die Diabetologen hinter den Eltern und ihren Patienten stehen, will der Gemeinsame Bundesausschuss wieder das Humaninsulin für Kinder einführen. „Am 19. Mai veranstalten wir in Berlin einen Aktionstag“, sagt Munz. Sie organisiert den Protest in der Region. Rückhalt findet sie bei Professor Thomas Danne. Er leitet das Kinderdiabeteszentrum im Kinderkrankenhaus auf der Bult, bundesweit die größte Einrichtung dieser Art. Munz über den Vorteil des Analoginsulins: „Es wirkt bereits nach fünf Minuten und hat seine Wirkspitze nach 60 Minuten erreicht.“ Eltern können somit schneller reagieren, wenn ihre Kinder genascht haben. Diese Medikamente seien näher dran an der Insulinwirkung bei einem gesunden Menschen und machten Komplikationen wegen einer Unter- oder Überzuckerung weniger wahrscheinlich, so Danne. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) sieht hingegen keine Belege für einen Zusatznutzen der Insulinanaloga. Berechnungen des Bundesgesundheitsministeriums haben übrigens ergeben, dass das Analoginsulin etwa 50 Cent am Tag teurer ist. Auf alle Patienten umgelegt, liegen die Arznei-Mehrkosten bei 2,4 Millionen Euro. Ärzte verweisen aber darauf, dass Medikamentenpreise nicht mit Therapiekosten gleichzusetzen seien. Schließlich kosten auch Notarzteinsätze und Klinikaufenthalte Geld. |